Luftbild Seegrasspinnerei
Luftbild Seegrasspinnerei
Renovierung
Renovierung
Fabrikationsgebäude
Fabrikationsgebäude


Jugendwerkstatt / JugendAufBau
Jugendwerkstatt / JugendAufBau
Lehmziegel aus eigener Herstellung
Lehmziegel aus eigener Herstellung

Geschichte des Areals

Gustav Lorch, der Sproß der Nürtinger Bäcker-Dynastie, gründete 1870 in der Plochinger Strasse eine der ersten mechanischen Werkstätten Nürtingens. Der zunächst überaus erfolgreiche Tüftler gehörte damit zu den Gründungsvätern der schwäbischen Maschinenindustrie.

Krankheit und finanzielle Schwierigkeiten liessen jedoch den Stern des Nürtinger Erfinders schnell wieder untergehen, und über einen Stuttgarter Kaufmann gingen die Gebäude schliesslich an die Nürtinger Seegras- und Rosshaarspinnerei Gustav Schmid und Söhne.

Schmid errichtete in den Jahren zwischen 1872 und 1888 die heute noch bestehenden Gebäude und nutzte sie bis in die ausgehenden 20er Jahre als Spinnerei und Fabrikationsstätte für hochwertige Möbel. Ende der 20er Jahre übernahm die Möbelfirma Alex Linder die Fabrik und produzierte dort bis zum Umzug nach Frickenhausen.

Seit über 20 Jahren hat die Deutsche Post die drei noch bestehenden Gebäude Plochinger Strasse 14, 14a und 14b gepachtet. Als Beispiel der “Industriearchitektur aus der Zeit der ersten grösseren industriellen Gründungswelle in Nürtingen” wurde das Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.

Die spannende Geschichte wird professionell und von den heutigen Nutzern des Areals erforscht:
Projekt “Geschichte der alten Seegrasspinnerei”

Das ehemalige Verwaltungs- und Kantinengebäude einer Rosshaar- und Seegrasspinnerei wurde ab 1998 in rund 30 Monaten umfassend renoviert und zu einem sozialen, ökologischen und kulturellen Zentrum für Familien ausgebaut. Hier haben sich verschiedene Vereine, Initiativen und Künstler unter einem Dach eingemietet und bilden zusammen mit der KikuWe einen Ort, an dem Kinder und ihre Familien willkommen sind: kiste (Verein zur kinderfreundliche Stadtentwicklung), Atelier für Kunst und Therapie, Kolumbiengruppe, Keramikatelier Moni Armbruster und weitere Künstler und Künstlerinnen, sowie die Kultur-Kantine. Letztere bietet werkstags ein Mittagessen und gibt Raum für Familienfeste, Kulturveranstaltungen und Initiativen.

Seit 2004 wird das Fabrikationsgebäude ausgebeint und unter Berücksichtigung energetischer Aspekte saniert.